Mit der Schmalspurbahn im Zittauer Gebirge
Im äußersten östlichen Zipfel der Republik, direkt im Dreiländereck zwischen Deutschland, Polen und Tschechien, liegt die Stadt Zittau. In den letzten 20 Jahren hat sich in diesem Teil der Oberlausitz vieles verändert - eines jedoch nicht: die Zittauer Schmalspurbahn. Mit dieser einzigartigen Bimmelbahn kann man direkt vom Hauptbahnhof bis in das Zittauer Gebirge fahren. Die Züge der Traditionseisenbahn haben nicht mehr als 4 bis 4 Wagen und fahren zwei Endbahnhöfe an. Jonsdorf und Oybin sind beides Kurorte und auf jeden Fall einen Ausflug wert.

Die Fahrt in das kleine Örtchen Oybin, dauert von Zittau aus zirka eine halbe Stunde. Für die gleiche Strecke benötigt man mit dem Auto lediglich 5 bis 10 Minuten. Die Bimmelbahn folgt nicht direkt dem Straßenverlauf, sondern schlängelt sich herrlich durch die Zittauer Landschaft. Unterwegs wird an sieben bis acht Bahnhöfen Halt gemacht. Wer Glück und schönes Wetter hat, kann vielleicht sogar im offenen Eisenbahnwagen mitfahren, der bei einigen Fahrten angekoppelt ist. Echte Wild-West Romantik kommt auf jeden Fall bei der Fahrt auf den Podesten der Wagen auf. Die Podeste befinden sich jeweils am Anfang und Ende jedes Waggons und dürfen sogar während der Fahrt betreten werden. Für Reisende verspricht das Abenteuer pur, wenn vorne die Dampflok schnaubt und es mit gemütlicher Fahrt durch Wälder und Gebirgstäler geht. Nach einer halbstündigen Fahrt im weißen Qualm der Lok und kühlem Fahrwind fühlt man sich allerdings wie nach 12 Stunden Passivrauchen. Für die Eisenbahnromantik bedeutet das allerdings keinen Abbruch.

Eine Fahrt mit der Zittauer Schmalspurbahn ist leider kein ganz billiges Vergnügen. Die einfache Fahrt kostet für Erwachsene vom Zittauer Hauptbahnhof bis nach Oybin fast 8 Euro. Wer hier sparen will, kann auch am Bahnhof Zittau Vorstadt zusteigen. Dort kann man auch ohne Probleme mit dem Auto parken. Die Fahrkarten kauft man direkt im Zug. Der Schaffner läuft nach jedem Halt die komplette Eisenbahn nach neuen Fahrgästen ab. Die Züge der Zittauer Schmalspurbahn verkehren in der Regel im 30 Minuten Takt. In der Mitte gibt es einen zweigleisigen Bahnhof, wo sich beide Richtungen begegnen. Nach einer guten halben Stunde ist man in Oybin angekommen. Der Ort zieht sich unheimlich in die Länge, immer entlang der Gleise. Der Oybiner Bahnhof liegt direkt am Berg Oybin, auf dessen Gipfel sich eine Burgruine, ein Friedhof und natürlich eine tolle Aussicht über das Zittauer Gebirge befinden.

Wer sich vor dem Aufstieg stärken möchte, findet dazu in der rustikalen Würstchenbude neben dem Parkplatz die Möglichkeit. Kleiner Tipp: um die herzliche Lausitzer Art kennenzulernen, einfach beim Küchenchef nachfragen ob man zwei Tische zusammenstellen darf. Eine Alternative zum Kamenzer Würstchen stellt das gut besuchte Kaffee Balzer neben dem Bahnhof dar. Gut gestärkt kann es dann an den Aufstieg zum Oybin gehen. Zu Fuß benötigt man ungefähr 20 Minuten. Die ehemalige Burg darf nur mit Eintrittskarte besichtigt werden. Für Erwachsene beträgt der Eintritt rund 4,00 Euro. Der ermäßigte Eintritt zur Burg Oybin kostet 3,00 Euro. Es gibt mehrere Wege in der kargen Felsenburgruine die man ablaufen kann. Die Aussicht geht meilenweit über das Zittauer Gebirge. Unbedingt an den Fotoapparat denken.
Für die Burgbesichtigung sollte man ein bis zwei Stunden einplanen. Wer dann noch Lust hat, kann in einem der kleinen Touristenläden der Stadt Oybin am Fuß des Berges shoppen gehen. Gemütlich geht es dann mit der Bimmelbahn wieder Richtung Zittau. Schön das es noch solche Flecken Erlebnis und Natur in Deutschland gibt.

